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1964 kam aus dem Beat eine Neuerung, die das Klangbild
der Rockmusik für immer prägte. Dave Davies, Gitarrist bei den Kinks,
hatte den Lautsprecher seiner Gitarrenbox derart mittels einer
Rasierklinge manipuliert, dass er bis dahin ungehörte Klänge von
sich gab. Endlich waren wilde und laute Gitarrensoli mit nahe
der Schmerzgrenze angesiedelten, lang anhaltenden Tönen möglich.
Und der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können.
Ausgehend von San Francisco formierte sich gerade die schon
erwähnte Hippiekultur, deren zunächst sanfter Charakter dank
diverser chemischer Substanzen wie LSD, Mescalin etc. bald auch
psychedelisch-wilde Erscheinungsformen annahm - weswegen später
das Bonmot entstand: "Wer sich noch an die Sechziger erinnern
kann, hat sie nicht erlebt." Als
1967
die Beatles mit ihrem "Sgt. Pepper"-Album den Summer of Love
einläuteten, war es natürlich um den exklusiven Charakter der
Hippiekultur geschehen. Aus einer ihrem Selbstverständnis nach
von Überzeugungen geleiteten Gemeinschaft wurde eine
Massenbewegung, deren Angehörige oft lediglich der Mode folgten.
1970 standen alle Zeichen auf Sturm. Mit Galionsfiguren wie
James Brown und Bob Marley traten der Funk und der Reggae ihre
Siegeszüge an. Politische Statements wurden unverblümter
vorgetragen. Eric Burdon erklärte den Krieg ("Declares War").Wer
Simon & Garfunkel noch die Treue hielten, befand sich zunehmend
in der Defensive. Bombastische Klangvielfalt, ausladende von
Klassischer Musik und Jazz beeinflusste Kompositionen sowie
höchsten Ansprüchen genügendes Instrumentalspiel verschafften
musikalischen Schwergewichten wie Yes, Genesis, Pink Floyd,
Queen oder Emerson, Lake & Palmer ein begeistertes, wenn auch
nicht in jedem Fall übermäßig großes Publikum. Auch Led Zeppelin
warteten mit einigen Rock-Überraschungen, darunter "Houses Of
The Holy", auf.
